Titelbild Pebble Smartwatches

IMHO – Smart-Watches == Vaporware

Zeitlich bietet sich das Thema für ein erstes ernsthaftes Posting geradezu an. Fast alle Mobiltelefon-Hersteller scheinen dem Wahn verfallen. Fast alle News-Seiten wollen alles wissen und haben jede Menge Meinungen – Ich auch! Für mich haben Smartwatches zwar Sinn, aber nicht in der heutigen Form. Und dass sie Mobiltelefone im aktuellen Format ablösen sollen… Nein!

Vorbelastet…

Casio Smart Watch aus den 80'ern… sind wir da alle.  Seit Casio in den 80’ern einen ersten tragbaren Taschenrechner mit Telefonnummern-Speicher an das Handgelenk zahlungsfreudiger Kunden geschnallt hat, meinen verschiedenste Hersteller immer wieder nahe der Hand sei der ideale Platz für intelligent scheinende Begleiter, die mehr können müssen.

Was uns in der Science Fiction alles als Anwendung fürs kluge Armband vorgezeigt wurde hat aber meist nichts mit dem zu tun, was man sich heute für 2-500 €uronen um den Ärmel wickeln kann.

Spezial-Anwendungen wie Pulsuhren für Läufer oder Schrittzähler für Fitness-Willige die den normalen Arbanduhren den Platz streitig machen wollen, zeigen uns schon seit ein paar Jahren, daß man in kleine Pakete viel hineinpacken kann.

Und Mobiltelefone fürs Armband gibt es ja auch schon seit einigen Jahren. Und die sind dann oft auch gleich Musik-Spieler und manche sogar Kameras oder GPS.

Und da denken sich die Designer eben: „Laßt uns alles in ein Device packen!“ Und rein technisch ist das möglich.

Die Probleme…

… gibt es auch von je her. Die Casio-Uhr war ohne die Zuhilfenahme eines Stifts kaum bedienbar.  Und am Display war oft nicht die gesamte relevante Infomation zu sehen. Fitness-Bänder bieten manchmal nicht einmal die Möglichkeit einer interaktion und geben oft nur rudimentäre Informationen zurück und wie die Uhren für Sportler werden sie oft nur vom Computer aus sinnvoll benutztbar.  Die Probleme der Hersteller sich zwischen physischen Eingabemethoden und reiner Touch-Bedienung zu entscheiden Batteriesprechen auch Bände.

Über den Stromverbrauch braucht man auch kaum zu reden. Waren es früher 2 Knopfzellen für einige Wochen, kommen manche moderne Devices gerademal über einen Tag. Woran liegt das? Weil man entdeckt hat, daß zu sinnvoller Interaktion größere Displays nötig sind.  Warum werden wohl Mobiltelefone größer? Nur: wer will schon ein Armband mit 5″-Display am Arm tragen? Selbst in der Science Fiction brauchen die Interfaces von tragbaren Geräten  oft mehr Platz und gehen via Projektion über das eigentliche Gerät hinaus. Aber größere Displays brauchen mehr Strom. Und deshalb bleibt die Information auch nicht dauernd sichtbar – man muß ja zwischendurch Strom sparen. Epaper hilft hier zwar ab aber eben wieder nur einfärbig.

Fitness- und Schlaf-Tracking lebt davon, dass der Sensor ständig getragen wird. Wann läd man die smarte Uhr dann?

ArmbanduhrDer Wunsch alles an Funktionalität in ein Gerät zu stopfen, statt spezialisierte Geräte intelligent zu verbinden ist immer Ursache für das Alleskönner-Problem. Wer alles kann, kann meist nichts davon wirklich gut.

und dann gibt es noch …

Uhr-Probleme

Was kann man von guten Uhren (>300€) erwarten?

  • Große Auswahl im Design
  • Dauernde Uhrzeitanzeige
  • Wasserdichtheit
  • der Wert bleibt lange erhalten

Smarte Hersteller bieten einige Modelle an, aber durch die Räumlichen Dimensionen der Geräte sind den Styling-Möglichkeiten Grenzen gesetzt.

Das Gerät belegt eine Hand und soll durch die zweite Hand bedient werden. Und da das Display ausgeschaltet wird muß man eigentlich beide Hände frei haben um dann so etwas Grundsätzliches wie die Uhrzeit ablesen zu können –  eigentlich wenig smart.

Bei Smartwatches oder Phone-Watches kann man oft nur Spritzwasserdichtheit erwarten oder eben bis maximal einen oder zwei Meter Tiefe tauchen.

Rolex UhrDie Geräte sind auch kaum Erbstücke, die man den Kindern weitergeben können wird. Eine 350€-Uhr-Uhr ist das aber meist. Warum? Wenn wir uns heute schon die Smartwatch unserer Kinder wünschen würden, wie toll kann dann eine Smartwatch der ersten Generation für unsere Kinder sein?

Die Smartwatch ist tot. Es lebe die smarte Watch.

Überlegen wir einmal, was man heute von einer Smartwatch erwarten darf

  • Uhr
  • Steuergerät für Handy-Funktionen
  • Wecker / Alarm / Erinnerungen / Status
  • Messaging und Social Media Display
  • Fitness-Tracker
  • Schlaf-Aufzeichnung
  • Pulsmesser
  • Kompass
  • GPS
  • Kalender
  • NFC Bezahlmethode

Samsung z.B. spricht von über 1000 Apps für die Geräte.

Handy UhrIm Grunde genommen werden die meisten dieser Funktionen von jedem halbwegs modernen Smartphone geboten und sind dort durch performantere Hardware und Displaygröße besser nutzbar. Und das ist auch der Grund, warum ich der Meinung bin, daß die Smartwatch kein Ersatz fürs Mobiltelefon wird. Idealerweise machen wir das Ding am Handgelenk zu einem Zubehör fürs Handy, und nicht zu einem Ersatz.

Ein Zubehör erweitert die Funktion ohne unnötige funktionelle Überschneidungen zu haben. Was würde ich in die „smart Watch“ packen wollen?

  • Epaper Uhrzeitanzeige oder sogar echte Zeiger, die unabhängig von anderen Funktionen weiterfunktionieren.
  • Funkuhr Empfang
  • Pulsmesser, Temperaturmesser, Oxymeter
  • Fitness- und Schlaf-Tracking-Sensoren
  • Höhensensor
  • smarter Wecker, Terminerinnerung
  • NFC

Alles was ein ernsthaftes Display erfordert sollte eher am Handy bleiben, oder in ein Tragbares Display wandern. Und natürlich solte Das Zubehör voll integriert sein…

  • Konfiguration und Steuerung der Uhr
  • Sammlung und Ausgabe der verschiedenen Tracking-Daten

Weitere Zubehörteile, die ich brauchbar fände:

  • Tragbares Display mit Kamera – muß nicht headmounted sein.
  • Armband am 2. Handgelenk für mehr oder genauere Sensorik
  • Sensoren zum Anklippen an die Füße
  • Sensoren zum Umhängen

Für den Markt wäre es am gesündesten, wenn es keine propriätären Lösungen gäbe. Sensoren sollten universell sein. Eine Gemeinsame standardisiertes Protokoll über eine stromsparende Datentransfermethode wäre wünschenswert.  Sensoren könnten über die Haut des Trägers Informationen austauschen. Oder wie wäre es mit einer Art  NFC/Bluetooth mit einer ein-Meter Reichweite? Gewand könnte zum Träger, Stromversorger und zur Datenleitung werden. Berührungsloses Laden an einer einheitlichen Ladestation ist selbstverständlich.

Aber was wollt Ihr?

Was haltet ihr von Windows 10

 

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