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themen-wolke
                                                                                                             

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archiv - 'meine_texte'



fernwärme

kaffeegeklärt - meine blicke gleiten,
durchs fenster, auf, auf und davon.
dahin wo sich die perspektiven weiten -
in gedanken weile ich dort schon.

noch trüben wolkenhimmel meine sicht
aufs blau der schönen atmosphäre.
doch hindern sie mein denken nicht,
ich träume mir, daß es anders wäre.

ich denk an sonnestrahlen die kühn
frohe farben rauschend machen.
ich denke sprießend blühend grün,
an ferne wärme, ruh’ und lachen.

- th rhymes





noch nicht!

tropfend triefend traurig trotzend
kläglich kalte klänge klopfend

sonnige strahlen ständig stoppend
wolken wandern weglos wetternd

- th rhymes

früh

eben durft’ noch der winter wüten,
nun sprießen auf knospend’ bäumen blüten.

soll sich die die grüne kraft entfalten,
muß zartes grün auch steine spalten.

- th rhymes





krankenstand

im krankensessel sitztend -
ein mensch - grübeld verdrossen,
fieberig erhitzt und schwitzend,
hat er beschlossen

“ihm steht der kranke zustand nicht!”
nur hilft das nicht,
der kranke stand ist leider pflicht

so sitzt er, liegt und rollt herum,
lage weilt die langeweile.
irgendwie ists ihm zu dumm
“ungeduld” heißt diese eile.

die zeit steht still,
die welt verfliegt -
was gar nicht will,
wer krank daniederliegt.

- th rhymes

lang weilt die langeweile

ein mensch sitzt da, die nägel feilt,
ansonsten ist er komplett erstarrt.
wärend die zeit schon lange weilt,
auf langeweile er beharrt.

er schaut so vor sich hin - gebannt,
als würde er sich konzentrieren,
dabei ist er doch ganz entspannt,
nicht einmal willens zu sinnieren.

als ihn sein sinn dann wiederfindet,
und ihm durch den kopf geht,
in seinem gehirn sichs windet:
für eine pause ist es nie zu spät!





was mich wach hält

rastlos, munter, fast bedrohlich
rast mitunter höchst beschleunigt

ein gespinst dem andern folgend
über gesponnen dünne verbindend
spannende neuronale netz-gebilde
in mein sinnen - in das wilde

festgesetz, klettenartig haftend
verfestigt, angekettet, fast entkräftend

fesselt ein gedankengang manche ganglie
manche folgerungen eine koffeinermangelnde
zelle - aufgeriebenes nervengewebe
auch um mitternacht: ich lebe

- thomas prikowitsch

grabeskühle

ein mensch, dem schweiß schon ganz verfeindet;
geht aus, sich einen ventilator spendet.

er kauft ihn ein, trägt ihn nach haus’.
er baut ihn auf, er läuft - tag ein tag aus.

doch damit nicht genug der kühle.
denn kein ende hat die sommerschwüle -

so kauft sich eben jener mensch erneut
was ihn mit gewirbelt kühler luft erfreut.

dann sitzt er zufrieden lächelnd,
statt verzweifelnd hechelnd,

zwischen rotorblättern gut befächert,
während er noch kühles bechert.

doch wieder läuft er hin und zahlt,
doch diesmal für einen mantel, weil ihm kalt.

tags darauf: die fieberkurve - unbeliebt -,
dem menschlein einen dämpfer gibt.

kühl ist’s auch im stillen grab,
da bracht ihn hin, der luft-mix-stab.

 

ohne klima aber ventiliert
sommer 2007 - thomas prikowitsch

wieder eine anspielung auf eugen roths sämtliche menschen





noch ein mensch

dichterein mensch, den musen nicht gewogen
hat es bisher immer vorgezogen

sein leben ohne kunst zu fristen
ja bis zu eben diesem tag, biss denn

ein mädchen auftaucht, daß er mag,
und plötzlich denkt er “oh, die frag’!”

“wie frag ich denn? ganz ungeniert?”
“wie sag ichs denn? ganz ungarniert?”

doch, geht das? “eingesponnen ohne garn?”
“da kann ich mir den antrag auch gleich spar’n!”

und plötzlich sitzt er ganz versonnen
und es wird ein liebesgarn gesponnen

dem sich die holde nicht enziehen kann
mit dem so mancher schon gewann

zu spät ist es für die holde kunst ja nie
und manchmal muß selbst der muffel ran - an die poesie

- th rhymes

zeitungsleser

leser

ein mensch der weiß und das genau
er ist nicht wie sein nachbar schlau,

darum will er zumindest so erscheinen
und kluges reden, gescheites meinen.

allgemein gebildet will er sich geben
d’rum wird er nun als zeitungsleser leben.

was er dabei nur übersieht
ist daß nicht alles was geschieht,

nicht alles was man die leute reden liest,
den ruf schlau zu sein geniest.

drum wird er nicht zu dem klugen mann,
der mann durchs nachlesen anderer dummheiten nicht werden kann.

- th rhymes

eine kleine hommage an eugen roth und seine sämtlichen menschen…. es kommen noch ein paar solche…





dichte wolken

himmel

der himmel eine weide - die sonn’, der hirt
die wolken in woll’ger seide - schafen gleich, verirrt

- th rhymes

kurzgeschichte - “unglück zu verkaufen”

“unglück zu verkaufen, und bei glück kauf’ ichs zurück!”
ein tischchen war sein arbeitsplatz und drei becher seine angestellten. eine erbse war das werkzeug und unglück, das was er zu erzeugen pflegte. und da er ein meister im koordinieren seiner mitarbeiter war, stellte es kein problem dar mit seiner geschickten hände arbeit einen guten umsatz zu erreichen. denn die menschen, die sich um seinen arbeitsplatz drängten waren geradezu begierig ihr geld für die tägliche portion pech zu geben. spieler. und er war die bank. und sein produkt war makellos. fast. aber dafür gab es die regel: wenn ein kunde kein unglück kaufen kann, wird er mit dem kaufpreis vertröstet, damit er sich als ausgleich bei nächster gelegenheit die doppelte ration unglück leisten kann. weiterlesen ‘kurzgeschichte - “unglück zu verkaufen”’





“gute nacht” ganz dicht

wenn kinder ihren kopf ins kissen drücken
und kleinkinder-träume sie entzücken,

geht die welt ihrem täglichen ende zu
und viele hirne betten ihre körper zur ruh’.

die sternlein funkeln
und im dunkeln munkeln

nur mehr die schlaflosen
und die schaflosen,

die nichts zum zählen finden
und sich in ihren betten winden.

weil der schlaf sie nicht beglückt
so wie ers kindchen bald verzückt - entrückt

- th rhymes