Grammatik

der satzbau 1

um eine sprache zu lernen muß man eine sprache verstehen!

wir können deutsch - oder glauben es zumindest! daher werden wir kurz ein paar grundlegende dinge des deutschen satzbaus analysieren. leider müssen wir!

! achtung:
persönlich muß ich da feststellen: umso mehr ich über die deutsche sprache lerne umso lieber setze ich mich über gelerntes hinweg! also...
freestyle!
aber: freestyle-skateboarden macht nur dann sinn, wenn man weiß wie man die physik nutzt ohne, daß einem allzuviel passiert. trotzdem muß man dazu kein physiker sein.
und wir müssen keine germanisten sein

der deutsche satz folgt meist der abfolge:

subjekt - prädikat - objekt(e),

wo objekt(e) auch optional sind.

eine allgemeinere definition sagt sogar, alles sei prädikat, was nicht subjekt ist, weil das prädikat immer aussagen zum und über das subjekt trifft - was objekte und prädikate zusammenfaßt. weiters erfordert ein prädikat, wenn es mit einem objekt verbunden wird - oder im prädikat objekte zu finden sind - immer auch einen fall für das objekt, weshalb man objekte des jeweiligen falls unterscheidet. im deutschen wird dann noch das für den satz wichtige fall-objekt als ein direktes objekt definiert. während andere objekte indirekt sind - what ever!
im satz:

wir haben gestern im supermarkt milch gekauft.

ist:

  • wir als pronomen das subjekt (ohne artikel)
  • haben ... gekauft als zeitwort das prädikat
  • gestern und supermarkt - obwohl fallbehaftet (im) - je ein indirektes objekt
  • milch das direkte objekt des ersten falls (nominativ-objekt - wer? was?)

im satz:

der verkäufer verkauft dem kind einen kaugummi.

ist:

  • verkäufer das subjekt (mit artikel im ersten fall)
  • verkauft als zeitwort das prädikat
  • kind ein objekt des dritten falls (dativ-objekt - wem?)
  • kaugummi das direkte objekt im ersten fall (wer? was?)

wie bestimmen wir das direkte objekt? über 2 duzend regeln und noch'mal soviele ausnahmen? nein! einfach, per gefühl!

die sätze klingen nur wie komplett?

wir haben gestern gekauft. - nein
wir haben im supermarkt gekauft. - nein
wir haben milch gekauft. - ah... da ist es

der verkäufer verkauft dem kind. - nein
der verkäufer verkauft einen kaugummi. - jawoll

wozu latein, wenn wir koreanisch lernen?

weil die lateinischen worte für folgendes stehen:

  • subjekt: einzelworte oder wortgruppen die den fokus des satzes und der interpretation darstellen.
  • prädikat: satzteil bestehend aus einzelnen worten oder wortgruppen, der das subjekt näher definiert und gemeinsam mit einem subjekt einen vollständigen satz bilden kann. die satzaussage. oder die handlung des subjekts. daher wird im deutschen oft ein verb (zeitwort) zum ausreichenden prädikat (ich gehe).
  • objekt: satzglied, auf die sich das prädikat bezieht um das subjekt genauer zu definieren (ich gehe heim).

wir sehen daraus und den obigen beispielsätzen:

subjekte sind persönliche fürwörter (pronomen wie ich du er sie es) oder nomen mit artikel oder zahlenangaben (das haus, drei autos). der die das handelnde oder betroffene.

subjekte und objekte können mit eigenschaften verbunden werden. (der alte mann lief langsam.)

prädikate sind verben (zeitwörter)(gehen, ging) oder gruppen von verben und hilfsverben (wäre gegangen, wird gegangen sein) oder begründende wortgruppen.

objekte sind dinge die das umfeld, den umfang und ablauf einer handlung schildern. (wo?, wann?, wieso?, wer?, wessen? wen?, wem?)

die fragen in klammer erinnern uns; wir sagten objekte sind fallbehaftet.

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fallunterschiede

im deutschen unterscheiden wir:

  1. nominativ - wer? was? - gibt an der handlung beteiligte personen oder dinge an
  2. genitiv - wessen? - zeigt eine eigenheit oder eigentum an
  3. dativ - wem? - zeigt eine richtung an
  4. akkusativ - wen? - zeigt von der handlung betroffene personen oder dinge an

deutsche sprache, schwere sprache!?

nun haben wir all das gelernt (wiederholt) um es über bord zu werfen! was, warum? das werden wir gleich sehen!

wir werfen es nur deshalb über board, weil koreanisch viel einfacher funktioniert und teils anders. warum haben wir es dann wiederholt? um den unterschied zu sehen. und um zu erkennen, daß wir für koreanisch ebenfalls mehr als zu lernen, ein gefühl entwickeln müssen.

wir werden in folge viele beispiele betrachten, die uns das gefühl vermitteln sollen. für den moment reicht einmal der schock:

einfache koreanische sätze kommen mit einem einzigen wort aus - einem prädikat. wie einfach ist das, hm?

dt. "gehe" - ko. "갑니다" - oder einfacher "가요".

achtung ㅂ wird vor ㄴ als ㅁ (m) gelesen - also kam-ni-da.

wer oder was, wohin geht, ist hier nicht klar? stimmt. diese dinge sollten durch den kontext erkennbar sein. meist bezieht es sich auf den sprecher selbst oder eine angesprochene person, sowie auf gemeinsam beobachtetes.

! dazu sei noch folgendes angemerkt:
wir finden hier eine deutliche verbindung zwischen sprache und kultur. was offensichtlich oder durch ein wenig denken erkennbar ist, muß nicht angesprochen werden. das geht soweit, daß man sich für offensichtliche dinge, die man anspricht entschuldigt. deshalb wirken asiaten für europäer meist zurückgezogen, vorsichtig, vielleicht sogar hochmütig, unnahbar. und europäer wirken für asiaten oft übertrieben extrovertiert, egozentrisch, egoistisch, lästig.

es gibt sie doch

dennoch gibt es sie im koreanischen satz - subjekte und objekte - wo nötig. die übliche anordnung rückt das prädikat jedoch immer an das satzende, was uns hilft die beschriebene aktion auf einen blick zu erkennen. andererseits erfordert es dem sprecher zuendesprechen zu lassen, ehe man weiß, was er sagen will, was der kommunikation im allgemeinen förderlich ist.

peter aß georgs apfel.

würde in koreanisch also:

peter georgs apfel aß.

lauten.

hier kommt also alles vor. und durch die fall-behaftung georgs und die gewohnte struktur, das subjekt am anfang des satzes zu finden, ist uns klar wo das objekt zu finden ist.

was aber bei:

gregor neckt linda. ??

hier sind objekt und subjekt im genitiv.

in koreanisch würde:

gregor linda neckt.

unserer interpretation in jedi-meister-grammatik entsprechen.

koreanisch läßt aber auch folgende anordnung zu:

linda gregor neckt.

wir würden linda der bösen tat verdächtigen, wobei sie doch das opfer ist. angenommen wir markieren unsere satzbausteine eindeutig als subjekt oder objekt; das würde doch helfen sie bei veränderter satzstellung wiederzufinden.

wir nehmen an i stünde für das subjekt und lül für objekte. und wir nennen die marker ab nun partikel.

gregor-i neckt linda-lül.

egal ob wir nun:

neckt lindalül gregori

neckt gregori lindalül

oder wie im koreanischen mit dem verb am ende:

gregori lindalül neckt.

lindalül gregori neckt.

schreiben, uns ist immer klar, wer betroffen ist.wir haben nun aber die freiheit gewonnen durch die anordnung im satz mehr betonung auf objekt oder subjekt zu legen. im deutschen müßte man dazu zu einem passiven satz greifen "linda wird vom gregor geneckt". man merkt aber sofort, daß sich da grammatikalisch einiges tut. erstens müssen wir "wird" als hilfsverb einfügen, dann das verb in die vergangenheitsform (necken, neckt, nechte, geneckt) setzen um es passiv zu machen und gregor müssen wir in ein objekt des 3. falls (von wem? von dem - vom - gregor).

mit partikeln sieht das aber so viel einfacher aus.

und so ist das problem in koreanisch gelöst.

dt. "necken" - ko. "놀리다" nol-li-da

gregor이 linda를 놀입니다

das ist zwar noch nicht alles was wir wissen müssen. aber keine angst, was nun folgt ist auch nicht schwer.

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partikel-stürme

i für das subjekt und lül für das objekt sind aber nur 2 von vielen möglichen partikeln, die subjekt und objekt kenntlich machen. die partikel markieren die worte auch fallabhängig und sind unterschiedlich, je nachdem ob sie an ein wort angehängt werden, daß in einen vokal endet oder in einem konsonanten:


konsonant vokal beispiele deutsch

gregor linda

thema - 1.fall ün - 은 nün - 는 gregorün kamnida

lindanün kamnida

wer, was?

~ betreffend, ~ geht

subjekt - 1.fall i - 이 ka - 가 gregori kamnida

lindaga kamnida

wer, was?

gregor geht
linda geht

objekt - 2.falls wi - 의 wi - 의 gregorwi apfel wessen?
objekt - 3.falls e - 에 e - 에 gregori lindae apfel gibt wem?
objekt - 4.falls ül - 을 lül - 를 gregorül nolimnida
lindalül nolimnida
wen?

den gregor necken
die linda necken






daraus lernen wir: ül und lül sind akkusativ-partikel (wen?), i und ka bilden den genitiv (wer?, was?), ebenso wie ün und nün, die ausschließlich das subjekt bezeichnen und die das subjekt im deutschen zu einem teilsatz machen würden. (was mich betrifft, (ich) gehe.)

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höflichkeit wird "groß" geschrieben

wir wissen jetzt also wie wir die satzeinzelteile kennzeichnen und schon machen wir es uns wieder leichter? noch nicht ganz. das koreanische kennt nämlich verschiedene stufen der höflichkeit, mit anderen umzugehen. und das darf man nicht ganz so leicht nehmen. man darf zwar alles sagen, aber muß darauf achten, wie man das tut. und da dies unsereausdrucksweise in einer grammatikalischen form berührt müssen wir das ganz kurz erklären.

die koreanische kultur ist stark vom konfuzianismus geprägt. dabei steht die eigenen familie im leben an erster stelle. innherhalb des familiengefüges herrscht wie überall in der koreanischen gesellschaft eine hirarchie die streng beobachtet wird. in jeder gruppe (zusammenarbeitende, freunde, geschäftspartner) entwickelt sich ebenfalls automatisch ein machtverhältnis. das ist für europäer neu und so ganz anders als man es gewohnt ist. es gibt immer - immer immer immer - eine autoritätsperson und einen der daruntersteht.

um mit seiner umgebung richtig zu kommunizieren muß man also seinen platz in der weltordnung erkennen und einnehmen.

  • siedle ich jemanden über mir an, weil ich etwas von der person will? ist jemand in meiner familie oder gruppe? steht er über mir - durch alter, dauer der mitarbeit im unternehmen oder erfahrung? chef, lehrer, polizist, beamter, älterer bruder oder schwester? eltern? großeltern? dann ordne ich mich unter.
  • ist jemand unter mir angesiedelt? jüngere geschwister, kinder, schüler, mitarbeiter, neue mitarbeiter mit weniger erfahrung, etc. dann nehme ich meine rolle als authorität ein.

authorität ist aber nicht gleich willkühr und tyrannei. man muß realistisch sein - es kommt natürlich auch zur ausnutzung und zu machtmißbrauch. gedacht ist das prinzip aber nicht so!

authorität heißt eher die verantwortung zu leiten und sich zu kümmern, bedeutet aber auch daß man unterordnung erwarten kann. es ist nicht selten, daß ältere geschwister ihren jüngeren taschengeld zahlen oder sie beschenken, wärend jüngere den älteren etwas zu trinken bringen, oder ehr hausarbeiten übernehmen als ältere.
warum der kurze kultur-umweg? wie beeinflußt das die grammatik?

es ändert nicht die satzstellung. darum brauchen wir uns also nicht zu sorgen.

es verändert die art und weise wie im koreanischen ein satz beendet wird. es stimmt zwar, daß das verb satzbautechnisch am ende des satzes steht. aber so wie im deutschen ein punkt, ein rufzeichen oder ein fragezeichen folgt, enden koreanische sätze in satz-partikeln, die dem satz richtung und auch zeitliche einordnung verleihen. und sie bestimmen außer der wortwahl im satz auch die höflickeit und umgangsform.

da am ende des koreanischen satzes fast immer ein verb steht, ist diese satz-postposition eben fast immer eine verb-postposition und wird bei verben die alleine stehen benutzt um sie zu konjugieren. daher sieht es so aus als würden die verben konjugiert, wärend der ganze satz verändert wird. diese änderung kommt auch bei verbfreien sätzen wie "ich auch" zum tragen.

ähnlich wie im deutschen gibt es eine grundform (infinitiv) wie "gehen", die in der gegenwart verformt wird: ich gehe, du gehst, er sie es geht.

dt. "gehen" - ko. "가다"

das "다" kennzeichnet die grundform oder wörterbuch-form.

hinzu kommt die konverbalform, die alleine stehend die unterste höflichkeitsstufe darstellt und wirklich nur kindern, personen mit denen man sehr vertraut ist innerhalb der familie z.b. verwendet wird. dabei wird das "다" durch "어" ersetzt.

dt. "essen" - ko. "먹어"

da es aber keine verformung nach dem fall und der person (2./3. person - du er sie es), könnte man sagen: "die grundform wird höflichkeitsabhängig verformt" und in zweiter linie zeitabhängig.

hier die gute nachricht: umso höflicher wir sind, desto einfacher geht das!

alles was hier folgt entspringt meinen beobachtungen, mehr als exakter wissenschaft :). aber vieles dürfte stimmen.

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in der gegenwart

die höfliche form stellt die am einfachsten zu formende dar, da hier keine wörter in ihrem klang der grundform verändert werden.

von der vom 다 befreiten grundform eines verbes wird hierbei einfach abhängig vom letzten zeichen der letzten silbe folgendes angehängt (postposition):


grundform postposition zusammen
vokal gehen, 가다
tun, 하다
sein, 이다
ㅂ니 다(gesprochen:ㅁ니다) 가 + ㅂ니 다 -> 감니다
하 + ㅂ니 다 -> 함니다
이 + ㅂ니 다 -> 임니다
konsonant essen, 먹다
lesen, 읽다
haben, 있다
습니 다(gesprochen:슴니다) 먹 + 습니 다 -> 먹슴니다
읽 + 습니 다 -> 읽슴니다
있 + 습니 다 -> 잇씀니다

was hier abgebildet ist könnte man positiver präsens nennen.

ich gehe, ich tue, ich bin, ich esse, ich lese, ich habe.

all das kann tätigkeiten beschreiben, die man tut, oder zu tun beginnt. denn eigentlich handelt es sich dabei schon um eine form der zukunft. hier verschiebt sich das zeitgefühl. deutsch würde man das "ich tue es" ausdrücken, was gegenwärtiges aber auch leicht zukünftiges ausdrücken kann. man sieht die tätigkeit also vom gegenwärtigen standpunkt ohne zurückzublicken. will man das aber doch? dann muß man außer deutsch und koreanisch auch noch englisch verstehen :)

wie im englischen gibt es eine art fortdauernde gegenwart "i am going", im englischen gerund genannt, das im deutschen mit "ich bin beim/am gehen" wiedergegeben werden müßte und andeutet, daß man sich einer fortdauenrnden handlung gewidmet hat, widmet und weiter widmen wird.

im koreanischen sieht das so aus:


grundform postposition zusammen
vokal gehen, 가다
tun, 하다
sein, 이다
고 이 ㅂ니 다 가고 임니다
하고 임니다
임니다
konsonant essen, 먹다
lesen, 읽다
haben, 있다
고 이 ㅂ니 다 먹고 임니다
읽고 임니다
있고 임니다

uns fällt auf, daß alle verben zu einem vokal-ende verformt werden und "sein" eingefügt wird, weshalb es bei sein nicht nötig ist. das ähnelt dann dem englischen, deutschen oder japanischen sehr. "ich bin gehen seiend" - "ich bin seiend". womit uns auch gleich klar wird, das sein, nicht dasein, sondern einen zustand beschreibt. und das hier auch ageführte haben eigentlich eher sein im sinne von existenz andeutet.

verneint wird folgendermaßen:

beim gerundivum


grundform postposition zusammen
vokal gehen, 가다
tun, 하다
sein, 이다
고 않 습니 다 가고 않슴니다
하고 않슴니다
않임니다
konsonant essen, 먹다
lesen, 읽다
haben, 있다
고 않 습니 다 먹고 않슴니다
읽고 않슴니다
있고 않슴니다

und im "negativen" präsens:


grundform postposition zusammen
vokal gehen, 가다
tun, 하다
sein, 이다
지 않 습니 다 가지 않습니다
하지 않습니다
konsonant essen, 먹다
lesen, 읽다
haben, 있다
지 않 습니 다 먹지 않습니다
읽지 않습니다
있지 않습니다

wir sehen, die verneinung wird zwischen verb und die überigen postposition eingeschoben. 않 wird hier zum eigentlichen verb, während das verb zu einem verbalsubstantiv - einem objekt wird daß nicht-seiend wird. das gehen ist nicht, das tun ist nicht...

die angegebenen formen gelten jeweils für sich selbst und dritte (er/sie/es). wie ist es mit einer angesprochenen person?

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höflicher

hier muß in der höflichen sprache das honorativ 시 oder 으시 - das wie ein verb ("sie sind") verwendet wird - eingeschoben werden, daß man auch an namen anhängt - nur wo?

zwischen verb und postposition.


grundform postposition zusammen
vokal gehen, 가다
tun, 하다
sein, 이다
시 ㅂ니 다 가십니다
하십니다
이십니다
konsonant essen, 잡수다
lesen, 읽다
haben, 있다
으시 ㅂ니 다 잡수십니다
읽으십니다
있으십니다

uns fällt vielleicht auf, daß sich das wort für essen geändert hat. das passiert, weil jemand anderer ißt und wir dann ein höflicheres "essen" verwenden als bei uns selbst oder dritten.
was bleibt sind fragen. erinnern wir uns an die höfliche grußformel?

안녕 하십니까 bedeutet soviel wie "tun sie in frieden?"

안녕 heißt frieden und 하십니 erinnert an die höfliche art zu sagen, daß jemand etwas tut, doch endet es dort dann in 다 ( 하십니다).

다 ist somit eine feststellung und

까 deutet auf eine frage hin.

feststellung frage
가십니다 ... sie gehen
하십니다 ... sie tun
이십니다 ... sie sind
잡수십니다 ... sie essen
읽으십니다 ... sie lesen
있으십니다 ... sie haben
가십니까 ... gehen sie?
하십니까 ... tun sie?
이십니까 ... sind sie?
잡수십니까 ... essen sie?
읽으십니까 ... lesen sie?
있으십니까 ... haben sie?

wir bleiben in der gegenwart und sehen uns ein paar vokabel an, die wir noch brauchen um mit dem wissen etwas anzufangen.

저 (höflich) und 나 oder 제가 (umgangssprache) bedeuten im koreanischen "ich".

선생님 (dt. lehrer, also sehr höflich), 당신 (umgangssprachlich, manchmal unhöflich) und 너 oder 네가 (umgangssprache, das n klingt meist wie d) heißen "du/sie".

우리 heißt "unser".

사람 heißt "person" und 이 사람 "diese person" - also er/sie/es.

네 oder 예 heißt "ja" und 아니요 heißt "nein".

무엇 heißt "was?"
빵 heißt "brot"

신문 heißt "zeitung"

damit sind wir ausgerüstet einfache sätze zu bauen.

당신은 신문을 읽으십니까?
sie, zeitung lesen?

네 저는 신문을 읽습니다!
ja, ich zeitung lese!

아니요 읽지 않습니다!
nein, lesen nicht!

무엇을 목으십니까?
was essen sie? so wäre die frage extrem unhöflich. warum? weil andere höflich essen.

무엇을 잡수고 이십니까?
wäre also richtig.
überigens liest sich das nicht 무엇 을 (muod'ül) sondern 무엇을 also 뭐슬 (muosül).

빵을 목고 임니다.
brot essen.

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wir waren auch früher höflich

die höfliche vergangenheitsbildung hängt vom vokal in der letzten verb-silbe ab. diese muß mit dem gleich danach folgenden vokal der postposition in der vergangenheit zu einem doppelvokal verbindbar sein (siehe liste im schrift-teil). oder ist es ein konsonant?


grundform postposition zusammen lesung
vokal ㅏ und ㅗ gehen, 가다
tun, 하다
sehen, 보다
았 습니다 가았습니다
하았습니다
보았습니다
가씀니다
하씀니다
봐씀니다
vokal ㅜ, ㅣ, ㅓ essen, 잡수다
lernen, 배우다
lesen, 읽다
sein, 이다
haben, 있다
essen, 먹다
었 습니다 잡수었습니다
배우었습니다
읽었습니다
이었습니다
있었습니다
먹었습니다
잡숴씁니다
배워씁니다
읽어씁니다
여씁니다
이써씁니다
먹어씁니다

die grundform der verben wird hier also unter umständen etwas verbogen und der schluß ist immer ein 씀니다.

ㅏ bleibt ㅏ. ㅗ wird 와. und sonst finden wir ㅝ ㅕ ㅓ, das immer wie ㅓ klingt. man darf es jedenfalls ein bisschen dazu verschleifen, wenn man sich nicht sicher ist. bei konsonanten ist es immer 어씀니다.

man kann sich fürs hören merken: die vergangenheit klingt immer nach a und au udn enthält ein scharfes s.

wir werden auch höflich bleiben

die zukunft ist einfach gebildet.

an die grundform wird einfach immer 겠습니다 angehängt.


grundform postposition zusammen lesung
immer gehen, 가다
tun, 하다
sehen, 보다
essen, 잡수다
lernen, 배우다
lesen, 읽다
sein, 이다
haben, 있다
essen, 먹다
겠습니다 가겠습니다
하겠습니다
보겠습니다
잡수겠습니다
배우겠습니다
읽겠습니다
이겠습니다
있겠습니다
먹겠습니다
가게씀니다
하게씀니다
보게씀니다
잡수게씁니다
배우게씁니다
일께씁니다
이게씁니다
이께씁니다
머께씁니다

falls nötig wird der honorativ vor der postposition eingefügt. passend natürlich beim höflichen essen.

잡수시겠습니다 .

noch ein paar vokabel

um in eine richtung zu zeigen müssen wir an den ort oder die zeit den partikel 에 anhängen.

später heißt daher "나중 에".

vorher oder früher heißt daher "전 에".
wann heißt "언제".

daher ergeben sich sätze wie:

빵을 잡수시겠습니까?
brot essen sie werden?

안요, 먹었습니다.
nein, gegessen.

언제 빵을 잡수셨습니까?
wann brot sie gegessen ?

전에.
vorhin.

...page...

höflich aber nicht untertänig - die altagssprache

die höflichkeitsfloskeln hinter uns lassend kommen wir zu dem was man wohl am meisten hören wird. höflich zu sein gelernt zu haben hilft uns aber insofern als das grundsätzliche vorgehen bei der "normalen" sprache gleich ist. gegenwart, zukunft, vergangenheit werden über postpositionen gebildet.

die objekt-partikel verschwinden hier manchmal, außer in fällen wo wir das objekt explizit markieren wollen. richtungsgebende partikel sind nach wie vor wichtig. der nominativ 를 oder 을 darf aber verschwinden.
fragen unterscheiden sich aber nur durch die betonung am satzende von feststellungen.

es sind wiederum die verben von der zeit-bildung betroffen.

verb-endungen der gegenwart

man beachte die folgende tabelle:

endung beispiel postposition gesamt
하다
말하다
궁무하다
-하 +해요 해요
말해요
궁무해요
아 오 하 호 가다
보다
아요 가요
봐요
sonstige 읽다
있다
어요 일거요
이써요

die erste zeile zeigt "tun"-wörter im wahrsten sinn des wortes. 궁무 heißt studieren im sinne von "das" studieren. alleine ist es also ein nomen. durch 하다 wird es praktische zu einem "studieren tun". 하다 ist das einzige 아-verb, das in der höflich informellen sprache mit 어요 ergänzt wird, wodurch aus 하+어요 der spezialfall 해요 wird.

궁무하다 - 궁무해요 - dt. studieren

말하다 - 말해요 - dt. sprechen

보다 wird durch das anhängsel 아요 zu 봐요 verformt, spricht sich in etwa "bwajo" und ist ein gutes beispiel um zu zeigen wo die schwierigkeit liegt. man muß praktisch visualisieren, wie das wort geschrieben wird um es richtig aussprechen zu können. aber keine angst! das geht erstens schnell in fleisch und blut über und beruhigenderweise wird es zweitens so verschliffen, daß man alles was auf 오 endet zu einem 어 machen kann.

보다 - 봐요 - dt. sehen

endkonsonanten (받짐) werden mit der endung verschmolzen, wandern lautmäßig also aus ihrer kellerposition hoch ins erdgeschoß.

읽다 - 일거요 - dt. lesen

bei manchen hat das aber interessante folgen:

있다 (dt) - 이써요 (ss) - dt. haben (im sinne von "es ist vorhanden")

wieder gilt: man muß zumindest anfangs visualisieren.

damit kommen wir wieder zu ein paar beispielsätzen

dazu sei noch gesagt, daß wir uns bei der informellen form den frage-partikel 까 sparen. fragen werden wie im deutschen einfach durch anheben der stimme markiert. feststellungen durch absenken.

뭣 궁무 해요?
was studieren tun?

한국어 궁무 해요!
koreanisch studieren tun!

뭣 해요?
was tun?

한국어 궁무 시작해요!
koreanisch studieren beginnen tun!

뭣 해요, 신문 일거요?
was tun, zeitung lesen?

안요, 빵 머거요!
nein, brot essen!

뭣 봐요?
was sehen?

나는 텔레비젼 봐요.
ich television sehen.

neu kommen uns wahrscheinlich folgende worte for:

텔레비젼 - dt. fernsehen
시작하다 - dt. beginnen

...page...

höflich informell

spricht man andere höflich an ist die gegenwart schon wieder einfacher zu formen. das 시 der höflichen sprache wird zu einem informellen 세.

endung beispiel postposition gesamt
vokal 하다
말하다
궁무하다
가다
보다
세요 해세요
말해세요
궁무해세요
가세요
보세요
konsonant 읽다
있다
으세요 일그세요
이쓰세요

folgende beispielsätze sind praktisch ein rückblick

안녕하세요 .
frieden sie tun?

저는 토마스 라고해요 .
(m)ich thomas nennen tun.

뭣 해요?
was tun?

뭣 해세요?
was sie tun?

뭣 보세요?
was sehen?

die vergangenheit?

endung beispiel postposition gesamt
하다
말하다
궁무하다
했어요 하했어요
말했어요
궁무했어요
아 오 가다
보다
았어요 가았어요
보았어요
이 우 어 읽다
있다
었어요 읽었어요
있었어요

wir können folgende sätze formen.

???

und in der zukunft?

wie gewohnt formen wir nach nachfolgender tabelle auch die zukunft über ein universelles anhängsel.

endung beispiel postposition gesamt
alle 하다
가다
보다
말하다
궁무하다
읽다
있다
겠어요gelesen:
게써요
하겠어요
가겠어요
보겠어요
말하겠어요
궁무하겠어요
읽겠어요
있겠어요

ein paar zusatzvokabel:

그리고 - dt. und

또는 - dt. oder

하지만 - dt. aber

und unser bisheriges wissen vereint

ergeben folgende beispielsätze:

한국어를 궁부하세요?

horeanisch studierst du?

아니요, 하지만 저는 신문 읽겠어요.

nein, aber ich zeitung werde ich lesen.

뭣 잡수겠어요?

was wirst du essen?

나는 사과 머겠어요.

ich werde einen apfel essen.
...page...
lang lang ists her

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das wäre möglich, wenn

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zahlenspiele

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beispiele

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