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Dicht-Blog


there
are
times,
when
th
rhymes


wenn worte wellenschlaged
    hirnwindungen plagend

in formen gegossen werden wollen
    oder geschrieben werden sollen

dann entreiße ich sie mir
    und platziere sie einfach einmal hier.

flüsternd, lautstark

veröffentlicht um 02.04.2010 03:12 von Thomas Prikowitsch   [ 02.04.2010 03:46 wurde aktualisiert. ]


flüsternd, leise, inhaltlich,
hinterlistig schleicht es sich
entlang den grauen zellen,
durch windungen, weg vom grellen
sonnenlicht, das heilt
ins innere es eilt.

lauter, schreiend, nicht aushaltbar,
auffällig, trampelnd gar,
läßt ergrauen was licht;
windet, biegt und bricht,
nimt die sicht für das was heilt
licht, das innen war enteilt

- th


stolperei

veröffentlicht um 23.03.2010 04:37 von Thomas Prikowitsch


achte auf deinem weg, auf steine und auf werg,
denn wisse: keiner stolpert je über einen berg!
- th

angeflockt

veröffentlicht um 15.03.2010 03:15 von Thomas Prikowitsch   [ 15.03.2010 03:23 wurde aktualisiert. ]

kalt und angeflockt ists draußen.
    ich sitz drinnen und mit grausen
denk ich "reicht es nicht schon?"
   das schneegestöber ist ein hohn.

ich wünsche mir die sonne - schnell!
    wann wird es zu meiner wonne hell?
wann kommt der frühling endlich? doch schock! "hey!" ...
                                    ich seh schon wieder eine flocke....


- th

gemäcker

veröffentlicht um 15.03.2010 03:15 von Thomas Prikowitsch   [ 15.03.2010 03:22 wurde aktualisiert. ]

man sagt so leicht hin - ganz entspannt -
    "kommt zeit, kommt rat". das ist bekannt.

doch kommt erst einmal diese zeit,
   frage ich mich immer "geht das nicht zu weit?"

das schrille tönen, in den ohren
   denk ich mir "oh, wie unverfrohren!"

ich denk mir "schluß! ruhe! kein gemäcker!"
   und laß verstummen den dummen wecker!

- th

schon sonniger

veröffentlicht um 22.02.2010 23:33 von Thomas Prikowitsch   [ 23.02.2010 00:02 wurde aktualisiert. ]

ein zarter strahl war es erst nur,
                  nun ist es wonne pur.
                  wie sie die sonne nur spendet.
         wenn sie das kalenderblatt wendet.

ihre strahlen quecksilbersäulen strecken,
      und unsere sinne fürs duftige wecken.

- th

heute

veröffentlicht um 21.02.2010 04:02 von Thomas Prikowitsch

ein raubtier lauernd hinterhältig,
einfallsreich und vielfältig,
geübt im morden - bereit die kralle -
fing mich in seiner zweifels-falle

im zweifelsfall - im fall - im zweifel
verzweifelnd fiel ich angezweifelt


- th

gestern

veröffentlicht um 04.02.2010 04:26 von Thomas Prikowitsch   [ 19.02.2010 00:42 wurde aktualisiert. ]


wie selbstverständlich war es da.
mein selbstverständnis - das ist klar -
war damit sofort dahin.
und ich stecke mitten drin.

der drang nach symmetrie im kopf
packt mich an meinem schopf
und zärrt mich mit roher gewalt einher.
mein herz, mein kopf, ich fühl mich schwer.

bestimmend, geißelnd leitets mich,
wie eines ochsenstachels stich,
drängt mich in die eine richtung,
in den wald, weg von der lichtung.

auf der lagernd ich mich wärmte,
von sonne, blumen freudig schwärmte.
wo mein herz noch weilen mag,
während ich mich im inneren plag.

nun bin ich fern vom sonnenlicht,
im unterholz im wilden dickicht.
im schatten, trüb nur und kalt,
find ich keinen inneren halt.

bricht durch die blätter auch die sonne -
sie sticht. sie schmerzt obwohl doch wonne.
das helle funkeln, zieht mich - bindet.
vom kontrast nun halb erblindet

such' ich, starre in die ferne
was war es? was hatte ich so gerne?
war es? hatte ich? oder nicht?
langsam trübt sich meine sicht.

verdrängt in mir - der sinn nach sonne.
es bleibt nicht viel gewinn, noch wonne
ich denk nur mehr: "nicht ermatten!",
und suche mir doch einen platz im schatten

langsam macht sie sich breit.
allein' in mir bleibt einsamkeit.

- Thomas Prikowitsch

Paralax

veröffentlicht um 03.02.2010 12:24 von Thomas Prikowitsch   [ 03.02.2010 12:36 wurde aktualisiert. ]

2, komma, 2; es reicht!“

2, komma, 1; es reicht nicht!“

mmmnn, jetzt sind es schon 2, komma, 3! das ist zu viel!“

ich weiß nicht was, aber mit deiner optik stimmt etwas nicht!“

mit dem reifen stimmte dafür alles. m., der den wortwechsel zwischen vater und sohn im vorbeigehen aufschnappte mußte schmunzeln. der zitternde zeiger des kompressors zeigte von jedem blickwinkel aus einen anderen wert. die schiebetür schloß sich hinter m und schloß ihn im konsumparadies tankstelle ein. ein entkommen war nur mehr an der kasse vorbei möglich.

54 komma 3 liter benzin und einen schokoriegel reicher verließ er das geschäft und kurz darauf im langsam rollenden auto die tankstelle.

vom wiederherstellen des reifeninnendrucks waren vater und sohn zum wiederherstellen der auto-innen-sauberkeit fortgeschritten – statt luft in reifen zu blasen saugten sie mit vereinten kräften krümel und anderes mitsamt der luft aus der sitzposterung. ein stolzer vater, der einen autofetischisten heranzog.

m verspürte eine hämische gewissheit, das dynamische doppelpack am heimweg wiederzusehen, wahrscheinlich beim herstellen des karrosserie-außen-glanzes durch streicheln mit microfaserigen tüchern. nicht, daß er auf die pflegenden herabgeblickt hätte. der mann an der waschstraße bekam von ihm auch immer trinkgeld für die mühe. vielleicht war sohn ja auch eines lohnes fürs heinzelmännchen spielen würdig. m hielt ihn jedenfalls dafür.

"du bist zu schnell!"

m hatte seine beifahrerin im morgendlichen dusel fast vergessen und wenn da nicht die verführerisch gut asphaltierte stadtautobahn gewesen wäre, hätte er glatt vergessen die nächste abfahrt zu nehmen um s am weg zu seiner, bei ihrer arbeit abzusetzen. so aber achtete jemand auf seinen tacho und machte sich eben bemerkbar.




- Thomas Prikowitsch

"nein bin ich nicht!"

"doch, ich sehe es ja!"

"du siehst den zeiger von deiner seite anders als ich!", beharrte m nun etwas munterer und spurte auf den verzögerungsstreifen um.

"ja, und zwar so, daß es so aussieht als wärest du langsamer.", griff s den satz auf.

m gab ein brummgeräusch von sich, "ja.. stimmt ich war zu schnell. dafür bist du schon am ziel."

einen flüchtigen kuß und eine sanft ins schloß fallende tür später war m mit seinem tacho und der autobahn alleine.



"sie waren zu schnell!"

"wirklich? oje! ich hab' mich am vordermann orientiert... wollen sie nicht ein auge zudrücken?"

"nehmen sie mir die geschwindigkeitsbegrenzungen nicht zu lax!", kam es darauf barsch.

30 euro ärmer und einen armseligen durchdruck des strafmandats reicher erreichte m schließlich sein ziel.



f saß schon bei i im büro. m stieß dazu und brachte einige aktenordner mit.

"pah, doch noch pünktlich, die polizeit hat mich ausgesäckelt!"

"die uhr geht um 5 minuten vor! 5 minuten verspätung - 5 schokobananen für den meetingleiter!", rezitierte i.

"jaja", maulte m und versprach die strafzahlung bei nächster gelegenheit nachzuholen.

"also, jungs, wir besuchen nachmittags die fertigung und die kalibrierung und schaun den jungs ein bisschen auf die finger.", das war is ganzer tagesplan für seine jungs.



der vormittag verging im flug und nach dem mittäglichen mahl trafen sich die drei gleich in der fertigungshalle. zeigermessgeräte wie sie die firma i & söhne herstellte wurden zwar nicht mehr so häufig gebraucht, aber mit qualität konnte man den markt doch für sich einnehmen.

"sehen sie selbst!", der mann in dem weißen kittel zeigte auf ein fertig assembliertes meßgerät, wie die firma sie an technische schulen verkaufte.

"und?"

"die maschine" - damit meinte er den verhaßten computer - "kann die abweichung nicht erkennen. sie mißt ungenau, ist fürs kalibrieren nicht geeignet.", führte der chef der qualitätsprüfung seinen persönlichen grabenkampf mit i um mehr angestellte und weniger computerunterstützung fort.

"und ihre jungs sehen sich daher jedes gerät noch einmal an."

"ja, geht ja nicht anders."

"hm.", i starrte auf den zeiger herab. er hatte ein auge geschlossen und stellte sicher, daß er in dem schmalen verspiegelten streifen unter dem zeiger das spiegelbild des zeigers nicht sah. verdeckte der zeiger das spiegelbild, las man den richtigen wert ab.

i öffnete sein 2. auge, sag zu dem kittelträger auf und meinte, "also wenn ich so" - und zeigte dabei auf beide augen - "schaue, ist alles ok.", das werden die schüler schon nicht merken.

"also so" - der qualitätsprüfer zeigte auch auf seine beiden offenen augen - "sehe ich meine chef". er drückte nun sein linkes auge zu ,:"und selbst wenn ich ein auge zudrücke, seh' ich immer noch 'nen idioten", schob er dem langjährigen freund salopp nach.

"das kommt, weil mein oberqualitätsprüfer selbst mit einem auge einem paralaxen fehler unterliegt. wo soll das hinführen? wir brauchen mehr maschinen!", schlußfolgerte i mit einem gespielt gequälten ton.

m und f schauten in die luft und schmunzelten in sich hinein. manchmal mußte man ein auge zudrücken um genau zu sehen und manchmal um nicht alles zu genau zu nehmen.

büromenschen

veröffentlicht um 02.02.2010 06:17 von Thomas Prikowitsch

ein mensch, dem der bittere kaffee verhaßt,
                    im büro vor scham erblaßt.

er machte eben keine gute figur,
                    denn sein kopf schlug auf die tastatur.

kaum bekam er ein auge auf,
                    kam er auf seinen fehler drauf.

in kleinen dosen, wie aus dem tropf,
                    fließt nun koffein durch seinen kopf

und belebt ihn ganz sachte -
                    was er sich doch niemals dachte.

nun denkt er, und funktioniert erträglich.
                    vielleicht mach er das doch besser täglich.

- Thomas Prikowitsch

wach phasen wechsel

veröffentlicht um 27.01.2010 11:12 von Thomas Prikowitsch   [ 27.01.2010 11:13 wurde aktualisiert. ]

ist kaffee von keinem nutzen,

        macht augenreiben auch nicht sinn?

dann geh ich mir die zähne putzen,

        ein wenig schlaf wird mir gewinn...

- Thomas Prikowitsch

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