die finger glitten langsam über die tastatur. unrhytmisch erklang das leise klicken, dass dem tippenden die sicherheit gab die tasten erwischt und ein zeichen gesetzt zu haben. zeichen um zeichen entstand da etwas vor augen, dem das geistige auge nur wenig vorraus war. das häufige zögern war ein deutliches zeichen für einen kreativen prozess, dessen produkt hier bevor es durch die unschärfe der inneren sichtweise verzerrt werden konnte, in bits gebannt wurde.
langes formulieren lag dem tippenden nicht. ungeduld und der wille zu einer ausdrucks-frische mochten der grund sein. oder war es unüberlegtheit? was schließlich als email durch kabel und glasfasern transportiert wurde, las sich in etwa wie folgt:
| dir will ich’s sagen - ich liebe dich mags mich kosten kopf und kragen ich finde so gehört es sich manchmal muss man etwas wagendein herz wuchs mir an das meine dein sinn - fühl ich - ist mir anverwandt deine anmut - ist wie keine die ich je gekannt |
die rechte hand wanderte langsam zur maus. eine schnelle bewegung mit dem zeigefinger beförderte die daten auf den weg.
das geräusch der klimaanlage teilte sich den langen spannungsmoment mit der stille in dem modern eingerichteten büro. der kleine finger des gelegenheitsliteraten erzeugte schließlich doch noch ein geräusch. “dumpfes klopfen” wäre in einem drehbuch wohl gestanden.
ein seufzen begleitete neu aufkeimende aktivität als am bildschirm ein kleines kuvert erschien.
| das ist richtig gut. danke. |
lautete der knapp gehaltene inhalt der ankommenden mail, der für eine recht unzufriedene grimmasse sorgte. ob der inhalt wohl schon seine gedachte wirkung erziehlt hatte? noch ein brieflein erschien - noch ein klick.
| habe es schon weitergeschickt. danke |
nach einem weiteren klick glitten die finger wieder über die tastatur.
| das nächste mal leg dich selbst ins zeug - ich habe keine häßliche nase. |
klick. brieflein. klick.
| ich dafür eine sehr lange - aus holz. |
ein lächeln - heiterkeit. welch lohn!
- th rhymes




0 reaktionen zu “kurzgeschichte”